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Siehe auch:
Sterbeethik -- Sterbehilfe

Ethische Normierung menschlichen Handelns

Manfred Eigen  

"Das Überleben der Menschheit, auch wenn die natürlichen Voraussetzungen hierfür weiterhin gewährleistet sind, ist nicht durch irgendwelche wie auch immer geartete Gesetze der Materie garantiert.

Eine Ethik muss sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren. Sie muss die Erhaltung der Menschheit garantieren, ohne dabei die individuelle Freiheit des einzelnen Menschen über Gebühr zu beschneiden. Eine solche Ethik kann nicht aus irgendwelchen Gesetzen der Materie unterhalb der Organisationsstufe des Menschen hergeleitet werden."

Allerdings wirken die Naturgesetzlichkeiten unterhalb der Organisationsstufe des Menschen nach oben in diese hinein, d.h. menschliches Handeln kann Rückwirkungen des Hypersystems Natur provozieren -- und tut dies meist --, die den menschlichen Wertvorstellungen entgegenwirken. Die Schicht des Geistigen ist die von uns Menschen derzeit erkannte höchste, ist aber dennoch Bestandteil des in das Hypersystem NATUR einbezogene Subsystem. Dies wollen die Menschen nicht wahrhaben.

Harald Stumpf  

"Jeder technologisch-zivilisatorische Eingriff, der das naturhaft vorhandenen biologische Gleichgewicht stört oder verändert, muss durch einen Kompensationseingriff ergänzt werden, der das gestörte biologische Gleichgewicht in der ursprünglichen Form wiederherstellt oder einen ökologisch vertretbaren Ersatz schafft. Ist dies nicht möglich, so muss der Eingriff unterlassen werden."

Darauf hat sich alle Gesetzgebung einzurichten,
sollen Rückwirkungen der Natur auf unangepasstes Handeln nicht menschlichen Wertvorstellungen widersprechen.

natürliche Regelung PRO Natur CONTRA Natur
Regelung der Populationsdynamik der Tierart Mensch durch natürliche Prozesse, die meist nicht im Einklang mit den menschlichen Wertvorstellungen sind. --- Harte Tests der genetischen Ausstattung des Individuums durch den naturbedingten Lebenskampf. Selektion der Angepassten. Regelung der Populationsdynamik als notwendiger Ersatz für die natürliche. Passung der Wertevorstellungen an die natürlichen Rahmenbedingungen. Kontrolle unangepasster Ideen und Ideale. Boundary Spanning an den Grenzen des Subsystems Menschheit gegenüber dem Hypersystem Natur. "Welt"anschauliche, hier zumeist ideologische Normierung, legislative Verhärtung, judikative Pression, exekutive Gewaltanwendung. Lobbying durch ideologische Gruppen, kirchliche Kräfte. Gruppenzwänge zur Sicherung der Wertegemeinschaft. Pädagogische Pflege geschichtlich überholter Leitbilder wie den philosophischen Idealismus u.ä. Extreme Überbewertung des Geistes.
Tötung von Neugeborenen und Kleinkindern durch Krankheiten und Unfälle; Tötung der Mütter im Kindbett. Einschränkung der Geburten. Politische Überwachung und Steuerung des Verhulst-Pearl-Verlaufs der Bevölkerungskurve -> Geburtenrate = Sterberate. Erhöhung der Geburtenrate wegen wirtschaftspolitischer (rentenpolitischer, ...) Zielsetzungen. Kindergeld, Steuerermäßigung, ...
Natürliche Abgänge der Föten. Unfruchtbarkeit der Frauen. Unterstützung von Schwangerschaftsabbrüchen wegen medizinischer Indikation oder freiem Willen der Mutter. Schutz des ungeborenen Lebens aus weltanschaulichen, ideologischen Beweggründen. Menschenwürde schon im Reagenzglas. Tabuisierung von Eugenik, PID, ...
Selektion der Föten und Kinder durch die natürlichen Lebensanforderungen, damit Selektion der Gene: Selektion der Angepassten. Politische Förderung der pränatalen Diagnostik und der Präimplantations-Diagnostik. Abbruch umfangreicher lebenserhaltender Maßnahmen der Medizin bei schweren Defekten. Nur sehr begrenzter Gebrauch von Hormontherapien, künstlicher oder extrauteriner Befruchtung bei erschwerter Zeugung. Umfassender Schutz des Lebens aus weltanschaulichen, ideologischen Beweggründen. Kirchliches Verbot von Kondomen, ...
Kirchliche Idee von einer der Zeugung gegenüber offenen Sexualität des Menschen.
Natürliche Verkürzung des menschlichen Lebens durch Krankheiten, Naturkatastrophen und Unfälle beim täglichen Lebenskampf. Volle soziale Unterstützung von passiver und aktiver Sterbehilfe ohne Bewertung der Situations des Betroffenen. Abbruch von intensivmedizinischen Maßnahmen bei erwiesener Aussichtslosigkeit. Verbot jeglicher Sterbehilfe aus weltanschaulichen, ideologischen Beweggründen unter Anwendung von juristischen Pressionen. Extremgebrauch technischer Intensivmedizin als Folge.
  Praktische (utilitäre) Ethik als Weg zur Anpassung = angepasste Ethik. Damit Beachtung der natürlichen Rückwirkungen menschlichen Handelns zur Wahrung menschlicher Wertvorstellungen. Die Utopie der "Kraft des Geistes" gegen Armut, Ungerechtigkeit und Krieg.
Die Utopie einer autonomen oder christlichen Ethik als Weg zu "wahrer" Menschlichkeit.
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